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"Das verdient unser aller Respekt"

Die wichtigste Ansage machte Feuerwehrchef Richard Lehmann gleich zu Anfang: "Der Brandschutz ist trotz der Feier absolut gesichert." Damit hatten die Gäste in der voll besetzten Fahrzeughalle der Feuerwache schon einmal eine Sorge weniger und konnten sich voll und ganz dem Fest widmen.

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 110 Jahre Spielmannszug und 35 Jahre Jugendfeuerwehr - gleich drei Gründe gab es für den großen Bahnhof am Dukatenweg: die Kameraden der Lüdenscheider und benachbarten Wehren, Kollegen von Hilfsorganisationen und Polizei, Stadt-, Kreis- und Bezirksvertreter - eine große Schar von Gratulanten begrüßte Lehmann gestern Abend. Und er nahm sie mit in die Geschichte der örtlichen Feuerwehr und in die Zukunft. Denn neben einer Rückschau in die bewegte Historie stand auch der zielsichere Blick nach vorn.

Den verbanden Bezirksbrandmeister Hartmut Zieps und der stellvertretende Kreisbrandmeister Dieter Grefe in ihren Grußworten gleich mit einem deutlichen Appell an die Politiker in Stadt, Kreis und Land: "Gehen sie mit diesem Bürgerengagement verantwortlich um." Während Zieps das Jubiläum schmunzelnd als "herausragendstes Ereignis" der vergangenen 125 Jahre bundesdeutscher Geschichte darstellte, blieb auch der Ernst der Sache nicht auf der Strecke. Sieben Milliarden Euro müsste der Bund im Jahr aufbringen, wollte er den Brandschutz ausschließlich mit Hauptamtlichen bestreiten - Geld, das nicht vorhanden ist. Gerade deshalb sei es notwendig, das Jahrzehnte währende freiwillige Engagement von Bürgern für Bürger von oberster Stelle zu unterstützen. Zieps: "Gibt es etwas Größeres als ein Menschenleben zu retten?"

Und auch Bürgermeister Friedrich Karl Schmidt würdigte - auch im Hinblick auf die sechs großen Stadtbrände in Lüdenscheids Stadtgeschichte - den Einsatz der Feuerwehrmänner und inzwischen auch -frauen: "Das verdient unser aller Respekt." Für die zwei anderen Jubilare fand Schmidt nicht weniger lobende Worte: Der Spielmannszug sei "ein musikalischer Bote unserer Stadt" und die Jugendfeuerwehr für die Zukunftsgestaltung unverzichtbar.

Zukunft gestalten - das nahmen Bernd Manthey und Christian Reppel wörtlich und präsentierten die alte Wehr in neuem Gewand. Ein rasanter Video-Clip beleuchtete die Vielfalt des Feuerwehrlebens und die Präsentation von Internet-Auftritt und Hochglanz-Flyern stieß auf denselben tosenden Beifall (Bericht folgt).

Dass die Feuerwehr den Lüdenscheidern gestern wie heute verpflichtet ist, bewies ein Einsatz, der in die stressigen Vorbereitungen fiel: Gegen 18 Uhr wurde die Drehleiter zur Wilhelmstraße beordert, um eine hilfsbedürftige Frau aus dem Dachgeschoss in den Rettungswagen zu befördern.

von Corinna Bunte, Lüdenscheider Nachrichten (12.04.2003)

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Montag, 23. Oktober 2017

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